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Editorial: Welche Zukunft hat der Corporate Blog?

Spielt der Blog für das Marketing und Vertrieb eine Rolle? Darauf gibt es keine eindeutige Antwort. Das zeigen unsere zahlreichen Gespräche mit Expert:innen. Aber eine Tendenz wird deutlich:  Der Blog ist keine Lösung, er ist ein Instrument. Entscheider:innen müssen eine Strategie, wenn sie denn den Blog wirksam einsetzen möchten. 

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Spielt der Blog für das Marketing und Vertrieb eine Rolle? Darauf gibt es keine eindeutige Antwort. Das zeigen unsere zahlreichen Gespräche mit Expert:innen. Aber eine Tendenz wird deutlich: Der Blog ist keine Lösung, er ist ein Instrument. Entscheider:innen müssen eine Strategie, wenn sie denn den Blog wirksam einsetzen möchten.

Henry Ford – ein Marketing-Genie?

Für viele Unternehmer:innen ist er ein Begriff. Für die meisten ist er auch Vorbild. Henry Ford hat mit seinem Konzept der weitestgehenden Rationalisierung und Standardisierung der Produktion einen neuen Maßstab gesetzt. Jede noch so voll-automatisierte Fabrik von heute trägt die Spuren Henry Fords in sich. 

Ford war nicht bloß ein genialer Ingenieur und Unternehmer. Er wusste auch, wie er seine Produkte vermarktet. So veranstaltete er Autorennen, um der Öffentlichkeit die Überlegenheit seiner Autos zu beweisen. Seine 1899 gegründete Detroit Automobile Company konnte er auf diese Weise knapp vor der Insolvenz bewahren. Ford persönlich besiegte 1901 mit seinem eigenen Automodell einen seiner Zeit berühmten Rennfahrer. Investoren waren beeindruckt und investierten. Aus Detroit Automobile Company wurde Henry Ford Company.

Henry Ford neben seinem Modell T, New York 1921 (CC 1.0)

„Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen.“ – Davon war Ford selbst überzeugt. Denn dieses Zitat wird ihm zugeschrieben. Mein Lieblingszitat von ihm lautet aber: “Wer nicht wirbt, der stirbt.” Ford maß der Werbung genauso viel Wert bei wie der Fertigung von Produkten. 

Obwohl in den modernsten Fabriken der Welt immer noch ein Stück Henry Ford steckt, ist die als Fordismus bezeichnete Produktionsweise tot. Es folgten neue Produktionsprinzipien: von Post-Fordismus über Toyotismus bis zur Lean Production. Total Quality Management, Simultaneous Engineering, Webbased Manufacturing, Mass Customizing und Fraktale Fabrik sind nur einige Beispiele für postfordistische Produktionskonzepte.

Wie das Internet das Marketing verändert hat

Während Fords Produktionskonzept kontinuierlich und sinnvoll fortentwickelt wurde, sind seine Weisheiten rund um Werbung unverändert. Ich frage: Hat sich seit Henry Ford die Produktion verändert, aber die Werbung nicht? Das ist ausgeschlossen. Die digitale Transformation hat nicht nur die Fabriken erreicht. Als Basisinnovation hat sie inzwischen die gesamte Gesellschaft durchdrungen. (Auch wenn die aktuelle Corona-Pandemie gezeigt hat, dass wir in vielen Bereichen noch am Anfang stehen.)

Das Internet im Allgemeinen und die sozialen Medien im Besonderen haben das Informationsverhalten der Menschen verändert. Nicht nur das. Die bis dahin einvernehmliche Sender:in-Empfänger:in-Beziehung ist aufgebrochen. Die Fernsehzuschauer:innen und Zeitungsleser:innen von damals sind heute die kritischen Kommentator:innen in sozialen Netzwerken. Dort finden sie Gleichgesinnte oder Widersacher:innen im Meinungsaustausch. Und – sie werden selbst zu Nachrichtenproduzent:innen und Meinungsmacher:innen. 

Amateure einflussreicher als Journalist:innen

Medienunternehmen und Journalist:innen haben zwar ihre exklusive Stellung behalten. Sie müssen sich jedoch mit “Amateur:innen” arrangieren, die gewichtigen Einfluss haben. Der YouTuber Rezo ist so ein Beispiel. Shirin David, ebenfalls YouTuberin, hat jüngst den Bambi in der Kategorie “Shootingstar” gewonnen. Von Konsument:innen zu Prosument:innen wird dieser Wandel bezeichnet. Bedeutet: Der Verbraucher oder die Verbraucherin ist kein/e passive/r Empfänger:in von Produkten, Dienstleistungen, Informationen und Nachrichten. Er oder sie ist zum Produzenten bzw. zur Produzentin und Produktentwickler:in geworden.

Hat der Blog eine Zukunft?

Dieser kurzer Abriss der Veränderungen zeigt: seit Henry Ford hat sich die Werbung durchaus verändert. Allen voran muss sein Zitat angepasst werden. Aus “Wer nicht wirbt, der stirbt!” wird ein “Wer wirbt, der stirbt!”. In den Werbungen gemachte Versprechen können dank Internet und Social Media auf den Wahrheitsgehalt hin überprüft werden. Mehr noch: Verbraucher:innen können sich dort organisieren und ein Unternehmen attackieren. Den Wandel und die Trends in der Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen werden mein Team und ich auf signals.observer mehrfach behandeln. Dabei möchten wir einzelne Aspekte explizit vertiefen. In dieser Ausgabe legen wir unseren Schwerpunkt auf Corporate Blogs.

Der Blog ist ein Überbleibsel aus Web 2.0, wie die Internetökonomie in den Nuller-Jahren bezeichnet wurde. Seitdem hat sich der Blog – seltsamerweise – kaum gewandelt. Dies ist so seltsam, weil sich soziale Netzwerke wie beispielsweise Facebook extrem weiterentwickelt haben. Neue Medien wie Instagram und TikTok sind hinzugekommen. Messengerdienste wie WhatApp und Telegram sind für die Pflege sozialer Beziehungen unverzichtbar geworden. Inzwischen gibt es Überlegungen, Künstliche Intelligenz und Augmented Reality in diese Netzwerke einzubinden.

Was Expert:innen und Entscheider:innen über den Blog sagen

Während sich diese digitale Medien in Lichtgeschwindigkeit verändern, hat sich der Blog kaum von der Stelle gerührt. Aber das ändert sich gerade. Die Signale dazu werden immer sichtbarer. In dieser Ausgabe gehen wir auf einige dieser Entwicklungen ein. Dabei lassen wir Sie an den Gedanken und Diskussionen von Expert:innen teilhaben:

Alle in dieser Ausgabe genannten Gesprächspartner stehen Ihnen für Ihre Fragen zur Verfügung. In den jeweiligen Beiträgen finden Sie ihre Kontaktdaten. Selbstredend stehe auch ich Ihnen für Ihre Fragen und Anliegen zur Verfügung. Am Besten finden Sie mich auf LinkedIn.

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