Hohe Stromkosten gefährden Ausbau der Netze und Gigabitstrategie

Am 28. September trafen sich die Regierungschefs der Bundesländer zu einer Ministerpräsidentenkonferenz im Rahmen der Energiekrise in Deutschland. Im Vorfeld der Tagung richtete der Digitalverband Bitkom einen dringenden Appell an die Politik wegen der explodierenden Stromkosten.

Die stark steigenden Energiekosten gefährden aus Bitkom-Sicht den Ausbau der Telekommunikationsnetze und die Ziele der Gigabitstrategie der Bundesregierung. Ziel ist es, Deutschland zu modernisieren. “Dafür brauchen wir überall leistungsfähige digitale Infrastrukturen, das heißt Glasfaser bis ins Haus und den neusten Mobilfunkstandard”, erklärte der Bundesminister für Digitales und Verkehr, Dr. Volker Wissing. Die Netzbetreiber hatten in Aussicht gestellt, im Verlauf der Legislaturperiode bis zu 50 Milliarden Euro in den Netzausbau zu investieren – sofern die Rahmenbedingungen dies zulassen. Nun bestünde die Gefahr, dass ein erheblicher Teil dieser Mittel durch die Strompreisexplosion aufgezehrt würde.

Rechenzentren unter Druck

 
Parallel würden Rechenzentren, wo die Stromkosten bis zu 50 Prozent der Betriebsausgaben betragen können, massiv unter Druck gesetzt. „Die explodierenden Stromkosten gefährden nicht nur Netzausbau und Rechenzentren, sie bremsen die Digitalisierung insgesamt – in Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft“, so Bitkom-Präsident Achim Berg.
 
„Wir bitten Bundesregierung und die Ministerpräsidentenkonferenz eindringlich, insbesondere die Betreiber von Netzen sowie von großen und kleinen Rechenzentren bei ihren Maßnahmen zur Entlastung von steigenden Energiepreisen umfassend zu berücksichtigen“, ergänzt Achim Berg. Netze, Rechenzentren und digitale Dienste besäßen herausragende Systemrelevanz. Ohne die nötigen Entlastungen stünden Deutschland Steigerungen der Endkundenpreise in der IT und Telekommunikation bevor – für Privatverbraucherinnen und -verbraucher wie für gewerbliche Kunden. (bitkom/bmvi/bmdv/futureorg/signals)

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