Mehr Rad, mehr Carsharing: Klimakrise treibt Mobilitätswende

Das Mobilitätsverhalten in Deutschland verändert sich. Vor allem unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit werden Fahrräder und Taxis häufiger genutzt. Fliegen und Autofahren werden dagegen immer häufiger vermieden. Entsprechend steigt auch die Vielfalt der Mobilitätsangebote.

97 Prozent der Deutschen geben an, ihr Mobilitätsverhalten in den letzten 5 Jahren verändert zu haben. Das Fahrrad erlebt dabei den stärksten Zuwachs. Von jenen Befragten, die das jeweilige Mobilitätsangebot generell nutzen, setzen 45 Prozent häufiger auf das eigene Fahrrad. Unter den 16- bis 29-Jährigen nutzen sogar 59 Prozent das eigene Fahrrad heute häufiger als vor fünf Jahren. Gleichzeitig wird seltener geflogen: 72 Prozent sagen, sie nutzen das Flugzeug derzeit weniger häufig. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Sharing-Alternativen kommen nicht vom Fleck

Einen eigenen Pkw nutzen demnach 23 Prozent häufiger. 40 Prozent fahren im Vergleich zu 2018 seltener damit. Taxi fahren 8 Prozent häufiger, und 49 Prozent seltener. Car-Sharing hingegen nimmt zu: 38 Prozent nutzen dies häufiger und nur 6 Prozent seltener als noch vor fünf Jahren.
 
Weitere Sharing-Angebote wie Bike-Sharing, E-Scooter-Sharing oder Moped-Sharing kommen allerdings nicht richtig vom Fleck. Jeweils etwa ein Viertel nutzt sie häufiger (26 Prozent) oder umgekehrt auch seltener (23 Prozent). Ähnlich ist die Situation bei On-Demand-Angeboten wie FreeNow oder Uber: Sie nutzen insgesamt 26 Prozent häufiger und 22 Prozent seltener.

Nachhaltige Angebote im Zuwachs

„Durch digitale Technologien ist nicht nur die Vielfalt der Mobilitätsangebote gestiegen, etwa durch Sharing- oder On-Demand-Optionen, sondern auch eine bessere Vergleichbarkeit der wachsenden Zahl von Routenoptionen möglich. Digitale Helfer wie Mobilitäts-Apps schaffen Transparenz und ermöglichen so eine bewusstere Entscheidung zum individuellen Verkehrsmix auf Basis verschiedenster Aspekte wie Preis, Umweltauswirkungen und Komfort“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.
 
Für diejenigen, die ihr Mobilitätsverhalten verändert haben, spielt allen voran Nachhaltigkeit eine Rolle. Mit zwei Dritteln (65 Prozent) geben die meisten an, ihr Verkehrsverhalten wegen der Klimakrise verändert zu haben. Bei 44 Prozent stecken gestiegene Benzin- und Energiepreise dahinter. 23 Prozent haben ihr Mobilitätsverhalten durch die Einführung des Deutschlandtickets angepasst. Jede und jeder Fünfte (21 Prozent) hat sein Mobilitätsverhalten aufgrund der häufigeren Arbeit im Homeoffice verändert.

Die Bahn leidet

Rohleder: „Klimaschutz, Kostenfragen und eine zunehmend digitale Arbeitswelt sind keine kurzfristigen Phänomene, sie verändern den Alltag der Menschen langfristig – und damit auch, wie wir uns wohin bewegen. Was wir sehen, ist deshalb kein vorübergehender Trend – wir befinden uns am Beginn einer dauerhaften Mobilitätswende.”
 
Dabei leidet aber die Bereitschaft, mit der Bahn zu fahren, unter mangelnder Verlässlichkeit: 18 Prozent geben als Grund für ihr verändertes Mobilitätsverhalten die Unzuverlässigkeit im Bahnverkehr an. Insgesamt nutzen demnach 23 Prozent häufiger den Bus oder die Bahn im Nahverkehr, 28 Prozent seltener. 12 Prozent nutzen Bus und Bahn im Fernverkehr häufiger. 41 Prozent seltener als noch vor 5 Jahren. (bitkom/futureorg/signals)
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