Komplexe Entscheidungen treffen: Was ist Bifurkation?

Die Welt ist komplex. Tagtäglich werden wir damit konfrontiert, Entscheidungen zu treffen. Der Artikel behandelt den Begriff der Bifurkation. Es bedeutet, dass in der Tierwelt eine bestimmte Art der Reduktion von Entscheidungsoptionen beobachtet wurde, die durch Modelle eines internationalen und interdisziplinären Teams nachgewiesen wurde. 

Im Alltag und in der Arbeitswelt sind wir tagtäglich damit konfrontiert, Entscheidungen zu treffen. Während bei der Wahl des Frühstücks die Entscheidung belanglos wirkt, kann sie in der Arbeitswelt und gerade als Führungskraft weitreichende Folgen haben.
 
In einer Studie mit Forschenden aus den Fachbereichen Biologie, Ingenieurswesen und Physik aus Deutschland, vom Weizmann Institute of Science in Israel und der Eötvös Loránd Universität in Ungarn wurde eine interessante Fragestellung behandelt: Wie geschieht Entscheidungsfindung bei Tieren? Eine Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft berichtet: Das interdisziplinäre Team aus den Bereichen Neurobiologie und Physik studierte das Verhalten von Tieren und konstruierte ein Computermodell, wie im Gehirn Entscheidungen zu Stande kommen.

Theoretisch modelliert – Experimentell untermauert

Um ihre theoretischen Annahmen bei tatsächlich umherschwirrenden und schwimmenden Tieren zu testen, nutzen die Teammitglieder immersive virtual reality-Technologie für Verhaltensexperimente mit verschiedenen Tierarten, zum Beispiel Fruchtfliegen, Wüstenheuschrecken und Zebrafischen. Die Technologie ermöglichte somit, das Tierverhalten im fotorealistischen Umfeld zu testen und gleichzeitig die Bewegungsmuster der Tiere während der Entscheidungsfindung über viele Wiederholungsexperimente hinweg präzise zu messen. Das Resultat: Bei allen beobachteten Tierarten wurden genau die Aufgabelungen in den überlagerten Bewegungsbahnen festgestellt, die im vorhinein durch das Computermodell vorhergesagt worden waren.
 
Sie kommen zu dem Schluss: neuronal lässt sich ein Prozess nachweisen, der Bifurkation genannt wird. Die multiplen Bewegungsoptionen werden in binäre unterteilt, bis zum Schluss nur die Wahl zwischen Zweien übrig bleibt. Übertragen werden kann Bifurkation nicht nur auf individuelle Entscheidungsoptionen. Tiergruppen führen diese auch kollektiv aus.

Lernen aus der Tierwelt?

Ob Bifurkation auf die Entscheidungsfindung bei Menschen angewendet werden kann, ist nicht bekannt. Intuitiv würde man meinen, die Entscheidung beim Heißgetränk beschränkt sich auf Kaffee oder Tee. Die hunderten anderen Möglichkeiten werden selten berücksichtigt.
 
Für eine Führungskraft, die über eine Strategie entscheidet, ist das schon schwieriger. Warum sollte man nur bei Fliegen und Schwimmen aus der Tierwelt lernen? Das Anlegen einer Pro- & Contra-Liste kennen wir alle. Warum sollte das Zerlegen einer Entscheidung in viele binäre nicht dazugehören?
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Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Entsprechend groß sind die Auswirkungen, die von den vielfältigen Veränderungen für ihn ausgehen. Das Magazin “signals.observer” erklärt diese Veränderungen, lässt Expert:innen zu Wort kommen und zeigt auf, wie andere Unternehmen dieselben Herausforderungen für sich lösen.

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Herausgeber ist das futureorg Institut – Forschung und Kommunikation für KMU mit Sitz in Dortmund/NRW.

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