KI in der deutschen Wirtschaft: eine selten genutzte Zukunftstechnologie

Unternehmen in Deutschland erkennen vorwiegend Chancen im Einsatz Künstlicher Intelligenz. Trotzdem steigt der Anteil der Unternehmen, die KI im Einsatz haben, nur sehr langsam. Beklagt werden vor allem ein Mangel an Fachkräften und Daten.

Eine Studie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom zeigt auf, dass 18 Prozent der befragten Unternehmen KI weit übergehend als Chance und 47 Prozent eher als Chance für das eigene Unternehmen sehen. Allerdings geben nur 9 Prozent an, KI selbst einzusetzen. 25 Prozent diskutieren oder planen den KI-Einsatz. Der Anteil der Unternehmen, für die KI kein Thema ist, steigt von 59 auf 64 Prozent.

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KI in Krisenzeiten

„Viele Unternehmen sind gezwungen, in einen Krisenmodus zu schalten: steigende Energiekosten und hohe Inflationsraten, sowie unterbrochene Lieferketten. Diese Folgen der Coronapandemie und des Krieges gegen die Ukraine setzen der Wirtschaft zu. Da bleibt wenig Raum, an neue Technologien und Geschäftsmodelle für die Zukunft zu denken“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.
 
„Künstliche Intelligenz ist aber eine Schlüsseltechnologie, die praktisch überall zum Einsatz kommt – ob in der Automobilbranche, im Maschinenbau oder im Dienstleistungsbereich. Wichtig ist, dass wir in Deutschland Zugang zu für KI notwendige Daten ermöglichen und erleichtern und der Datennutzung nicht ständig neue Steine in den Weg legen”, erläutert Achim Berg.
 

Einsatz und Vorteile von KI

 
Aktuell ist der KI-Einsatz vorrangig eine Frage der Unternehmensgröße. Unter den Unternehmen mit 20 bis 99 Beschäftigten setzen nur 5 Prozent KI ein, bei denen mit 100 bis 499 sowie 500 bis 1.999 Beschäftigten sind es dagegen 18 Prozent. Und fast jedes zweite Unternehmen (48 Prozent) mit 2.000 oder mehr Beschäftigten nutzt bereits KI.
 
Während das Gros der Unternehmen beim Einsatz noch zurückhaltend ist, sehen nur 3 Prozent keine Vorteile von KI in Unternehmen. Vor allem schnellere und präzisere Problemanalysen (52 Prozent) sowie beschleunigte Prozesse (43 Prozent) und ein geringerer Ressourcenverbrauch (39 Prozent) werden hervorgehoben.
 
46 Prozent sehen allgemein eine gestärkte Wettbewerbsfähigkeit durch KI. 27 Prozent erwarten verbesserte und 21 Prozent völlig neue Produkte oder Dienstleistungen. „Unternehmen sollten die Möglichkeiten von KI für neue oder verbesserte Produkte und Dienstleistungen stärker nutzen. Mit KI lassen sich nicht nur bestehende Prozesse optimieren, KI kann auch das Geschäftsmodell verändern”, erklärt Berg.
 

Risiken beim Einsatz von KI

 
Alle Unternehmen sehen aber auch Risiken beim Einsatz von KI. Am häufigsten genannt werden die Sorge vor neuen IT-Sicherheitsrisiken (79 Prozent), Verstöße gegen Datenschutzvorgaben (61 Prozent) sowie mögliche Anwendungsfehler bei der KI-Nutzung (59 Prozent). In jedem dritten Unternehmen (33 Prozent) wird angesichts der kritischen öffentlichen Debatte zu KI auch ein möglicher Image-Schaden befürchtet. „Es braucht mehr Aufklärung zum KI-Einsatz, an dieser Stelle sind auch die Anbieter gefordert – und wir müssen aufpassen, dass wir nicht Regulierung vor Ermöglichung stellen“, sagte Berg.
 

Viele sehen sich bei KI abgeschlagen

 
Die größten Hemmnisse für den KI-Einsatz in Unternehmen sind derzeit fehlende personelle Ressourcen sowie fehlende Daten für den KI-Einsatz (je 62 Prozent). Erst mit deutlichem Abstand folgen fehlende finanzielle Ressourcen (50 Prozent), die Verunsicherung durch rechtliche Hürden (49 Prozent), fehlendes technisches Know-how (48 Prozent) sowie fehlende Zeit (46 Prozent). Rund ein Drittel nennt die fehlende Akzeptanz der Beschäftigten sowie allgemein fehlendes Vertrauen in KI. Und rund jedem Fünften fehlt es immer noch an Use cases für KI im Unternehmen.
 

KI-Einsatz in Deutschland

Deutschland fällt beim Thema KI im internationalen Vergleich zurück. Nur 6 Prozent halten Deutschland derzeit für weltweit führend bei KI, vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 10 Prozent. Damit liegt Deutschland in der Einschätzung der Wirtschaft hinter Japan (10 Prozent), China (20 Prozent) und den USA (40 Prozent). „Wir müssen in Deutschland Ernst machen mit unserer KI-Strategie. Welche Nation eine Führungsrolle bei der Künstlichen Intelligenz einnimmt, wird nicht mit Lippenbekenntnissen entschieden“, sagte Berg.
 
Um den KI-Einsatz im eigenen Unternehmen voranzutreiben, wünschen sich drei Viertel (78 Prozent) finanzielle Förderung von KI-Projekten in Unternehmen. Jeweils rund zwei Dritteln (68 Prozent) würde der Austausch mit Unternehmen helfen, die bei KI bereits weiter sind. Sowie Hilfestellungen bei der rechtlichen und ethischen Beurteilung des KI-Einsatzes. Rund die Hälfte wünscht sich eine bessere Verfügbarkeit von KI-Expert:innen auf dem Arbeitsmarkt (55 Prozent), bessere Informationen über marktfähige KI-Anwendungen (54 Prozent) sowie einen leichteren Zugang zu Daten (45 Prozent. (quelle1/quelle2/futureorg/medium)
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