Gaia-X: Ein Zankapfel nimmt Fahrt auf

Gaia-X – ein europäisches Hoffnungsprojekt? Das Projekt ist umstritten, trotzdem nimmt es an Fahrt auf. Über Stand und Perspektiven eines Projekts, dessen Ziel ist, das Geschäftsmodell des deutschen Mittelstands zu digitalisieren.

Infokasten: Was ist Gaia-X?

Gaia-X ist eine Initiative, die eine digitale Infrastruktur auf der Grundlage europäischer Werte entwickelt. Diese kann auf jeden bestehenden Cloud-/Edge-Technologie-Stack angewendet werden. Es hilft bei der Bereitstellung, Zusammenführung und gemeinsamen Nutzung von Daten auf sichere und vertrauenswürdige Weise.

Gaia-X stößt auf breites Interesse in der deutschen Wirtschaft. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen können von dem entstehenden Datenökosystem und den Datenräumen profitieren, wenn es darum geht, neue digitale und datenbasierte Geschäftsmodelle umzusetzen. Dies berichtet Gaia-X Hub Germany. Fast die Hälfte aller Unternehmen ab 20 Beschäftigten (46 Prozent) geben an, dass sie an der Nutzung von Diensten der europäischen Cloud- und Dateninfrastruktur interessiert sind. Dabei haben 14 Prozent eine Nutzung von Gaia-X-konformen Diensten bereits fest geplant, 32 Prozent können es sich vorstellen. 
 
Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter 604 Unternehmen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Die europäische Wirtschaft und insbesondere die Industrie brauchen hochperformante, sichere und vertrauenswürdige Technologien und Angebote im Bereich Cloud, Edge und Daten. Gaia-X und damit zusammenhängende Projekte leisten hier einen strategisch wichtigen Beitrag“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg im Vorfeld des zweiten Jahrestages der gemeinsamen deutsch-französischen Vorstellung des Gaia-X-Projektes.

Mit Gaia-X mehr digitale Resilienz?

Im weiteren Verlauf hat sich das Projekt mehr und mehr europäisiert. „Gemeinsames europäisches Handeln ist ein zentrales Erfolgskriterium für die Stärkung der digitalen Souveränität und der digitalen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft“, so Berg weiter. Am 17. und 19. November 2022 fand entsprechend auch der dritte Gaia-X-Summit in Paris statt. 
 
Zum Stand der europäischen Cloud- und Dateninfrastruktur-Initiative Gaia-X erklärt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung: „Die aktuellen Krisen zeigen: Digitale Souveränität ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz einer Volkswirtschaft. Gaia-X und damit eng verknüpfte Projekte leisten einen wichtigen strategischen Beitrag, um Deutschland und Europa in den Bereichen Cloud, Edge und Datenökonomie voranzubringen.“

Wie Gaia-X Rechtssicherheit schaffen soll

Die drei mit Abstand wichtigsten Kriterien für eine Nutzung von Gaia-X-konformen Diensten sind in den Unternehmen Compliance und Rechtssicherheit im Datenschutz (55 Prozent), hohe Standards für IT-Sicherheit (51 Prozent) und ein souveräner und vertrauensvoller Datenaustausch (46 Prozent). 
 
Da es für den Datenaustausch von KMUs aktuell noch Hindernisse in unter anderem genau diesen Bereichen gibt – Rechtsunsicherheiten, mangelnde Kontrolle bei der Bereitstellung der Daten sowie eine (fast) nicht vorhandene Nutzung von Cloud-Computing – bietet Gaia-X ein Whitepaper an. Darin erfährt man, wie Gaia-X diese Probleme beseitigt. Etwa durch die Schaffung von Rechtssicherheit, Kontrolle und Souveränität über die Daten. Durch die Bereitstellung der erforderlichen Cloud-Infrastruktur. Oder auch durch die Angleichung der Wettbewerbsbedingungen und die Schaffung von Vertrauen. (Gaia-X/bitkom/futureorg/signals)
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Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Entsprechend groß sind die Auswirkungen, die von den vielfältigen Veränderungen für ihn ausgehen. Das Magazin “signals.observer” erklärt diese Veränderungen, lässt Expert:innen zu Wort kommen und zeigt auf, wie andere Unternehmen dieselben Herausforderungen für sich lösen.

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Herausgeber ist das futureorg Institut – Forschung und Kommunikation für KMU mit Sitz in Dortmund/NRW.

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