Einheitliches Ladekabel: für Verbraucher und Umwelt

Das EU-Parlament hat sich nahezu einstimmig für einheitliche Ladegeräte für Smartphones und weitere Endgeräte entscheiden. Somit soll der Elektronikabfall verringert und das Aufladen elektronischer Geräte erleichtert werden. Dazu äußert sich der Hauptgeschäftsführer des Digitalbranchenverbands Bitkom Dr. Bernhard Rohleder.

Eine gemeinsame Lösung vor Ladegeräte wurde bereits vor mehr als zehn Jahren auf die Agenda gebracht. Jetzt haben die Abgeordneten des Parlaments entschieden: Es wird einen einheitlichen Ladestandard geben. Die neuen Vorgaben sollen erstmalig 2024 in Kraft treten. Mehrere Hersteller, darunter auch Apple, verpflichteten sich daraufhin selbstständig dazu, ihre Geräte zukünftig mit dem USB-C-Anschluss zu versehen. Dieser Anschluss wurde bisher üblicherweise von Android Geräten verwendet.
 
Rohleder äußert sich diesem Vorhaben kritisch gegenüber. “Die politische Festlegung auf einen technischen Standard wird vor allem Innovationen bremsen. Etwa bei Ladedauer oder Datenübertragung.” Dies läuft dem wichtigen Grundsatz der Technologieoffenheit massiv zuwider, und bringt einen Nachteil für Verbraucherinnen und Verbraucher, ergänzt er. 
 

Verbraucher und Umwelt entlasten

Die neuen Regeln würden dafür sorgen, dass Verbraucher nicht mehr bei jedem Kauf eines neuen elektronischen Geräts ein neues Ladegerät und Kabel benötigen, sondern ein einheitliches Ladekabel für alle kleinen und mittelgroßen Geräte verwenden können. Damit soll nicht nur der Verbraucher entlastet. Sondern auch die Umwelt, in dem der Elektroschrott verringert wird.
 
Bernhard Rohleder fügt hinzu, dass neue Geräte im Sinne der Nachhaltigkeit oft schon ohne Netzteil ausgeliefert werden. “Sodass die Verbraucherinnen und Verbraucher ihre alten Netzteile weiter nutzen können und weniger Elektroschrott entsteht.” Auch für ihn ist klar: “Elektroschrott muss weltweit und vor allem auch in Europa drastisch reduziert werden.”

Kabelloses Laden?

 
Für die Vorsitzende des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz, Anna Cavazzini, ist es höchste Zeit, dass es in der EU einen Ladestandard gibt. Es leitet den ersten Schritt in Richtung kabelloses Laden ein. Ihr Ziel ist es, einen Standard für das kabellose Laden von Kleingeräten zu erreichen. “Das schont das Klima, Ressourcen und unseren Geldbeutel.”
 
Der Bitkom-Geschäftsführer bemerkt, dass die Hersteller schon viel weiter sind als die Politik. Denn “induktives, kabelloses Laden auf Basis des herstellerübergreifenden Qi-Standards setzt sich immer weiter durch. Handys, Smartwatches oder Kopfhörer sind also nicht mehr einzeln per Kabel mit der Steckdose verbunden, sondern werden ohne Kabel geladen, Daten werden über die Luftschnittstelle übertragen.” Die Notwendigkeit für ein einheitliches Ladekabel wäre durch diese technischen Innovationen obsolet.
 

Einheitliches Ladekabel für die Umwelt? Kritik:

 
Für Rohleder wirken sich auf die Umweltbilanz von Smartphones und anderen Geräten eine ganze Reihe von Faktoren aus. Deren Bedeutung ginge weit über die der Kabel hinaus: “Nutzungsdauer und der Energieverbrauch sind die wichtigsten. Hier sind die Hersteller in der Pflicht, indem sie die Geräte immer energieeffizienter und unempfindlicher gegen äußere Einflüsse wie Wasser und Stöße machen.” Aber auch alle Verbraucherinnen und Verbraucher können seiner Meinung nach ihren Teil dazu beitragen. Etwa “indem sie den Energieverbrauch ihres Geräts sparsam gestalten und es pfleglich behandeln und vor Schäden schützen.” (bitkom/europäisches parlament/tagesschau/annacavazzini/futureorg/signals)

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