Zivilcourage in Unternehmen: „Die Grundlage für Gleichberechtigung“

Aggressionen, Grenzüberschreitungen, Verletzungen der Zivilrechte: Diese könnten näher sein, als man denkt – vielleicht sogar im eigenen Unternehmen. Hier ist Zivilcourage die Antwort: Damit man nicht wegschaut. Wie stehen deutsche Unternehmen dazu? Beate Oehlmann und Markus Wendt bieten ihre Einschätzungen.

Zivilcourage lernen

In Deutschland setzen sich bereits einige Initiativen für Toleranz und Respekt in Unternehmen ein. Unter anderem der ausgezeichnete Verein „Zivilcourage für Alle e.V.“ und der Human Capital Club e.V. Trotzdem bleibt der Zivilcourage-Status quo in deutschen Unternehmen unbefriedigend. Beate Oehlmann, Unternehmerin und Coach für emotionale Intelligenz, beschreibt diesen Stand mit einem Wort: Ambivalenz. Zwar wünschen sich einige Unternehmen mehr Zivilcourage. Doch die Realität ist herausfordernd: „Wenn es darum geht, genau das couragierte Verhalten seitens der Mitarbeitenden zu unterstützen, bricht der Wunsch ein“, erklärt Oehlmann. „Denn Zivilcourage ist für die Adressaten auch unbequem.“

Personenvorstellungen

Dr. Markus Wendt ist Vorstandsvorsitzender vom Human Capital Club e.V. Unternehmerin und Coach. Er ist Managementexperte mit exzellentem Netzwerk und umfassenden Branchenerfahrungen.

 

Beate Oehlmann ist Unternehmerin und Coach. Seit 24 Jahren bringt sie emotionale Intelligenz ins Business. Damit befähigt sie mittelständische Unternehmer und Führungskräfte, Krisen zu überwinden und Widerstandskraft auszubauen. In ihren Trainings und Workshops fördert sie mehr Power, Gesundheit, Sinn und Freude im Unternehmen.
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Die gute Nachricht lautet: Zivilcourage ist lernbar. Allerdings ist das ein vielschichtiger Prozess. Denn mehrere Mechanismen können Zivilcourage entgegenwirken: „Unter anderem müssen Verantwortungsdiffusion und pluralistische Ignoranz überwunden werden, damit es zum couragierten Verhalten des Einzelnen kommen kann“, so Oehlmann. „Ganz praktisch beginnt Zivilcourage damit, überhaupt erkennen zu können, dass eine Situation unterstützendes Eingreifen erfordert.“ Sensibilisierung für kritische Situationen ist ein wichtiger Schritt. Dazu kommen Psychoedukation für gegenseitiges Verständnis und Aufbau von Selbstbewusstsein. Letztendlich führt Oehlmann aus: „Zivilcourage benötigt Verhaltens-Vorbilder: Alle hierarchischen Ebenen müssen einbezogen werden.“
 

Zivilcourage in der Unternehmenskultur

 
Zivilcourage wird aber stark gefördert – insbesondere in der aktuellen weltpolitischen Situation. Human Capital spiegelt die Anstrengung wider, das komplexe Thema „Zivilcourage“ für Unternehmen greifbar zu machen. „In vielen Organisationen fehlt eine echte Zivilcouragekultur“, meint Dr. Markus Wendt, Managementberater und Vorstandsvorsitzender des Human-Capital-Clubs. „Auch ist für viele der dahinterliegende Grundgedanke erst mal abstrakt. Daher sehen wir es als unsere Aufgabe, dieses wichtige Thema aus dieser Abstraktheit herauszuholen und in der Unternehmenspraxis greifbar zu machen.“ Zu diesem Zweck versucht der Verein, Theorie und Praxis, Wissenschaft und Unternehmen zusammenzubringen.
 
Das Ziel: Die Bedeutung von Zivilcourage in Unternehmen klarzumachen. Denn eine auf Zivilcourage basierte Unternehmenskultur ist eine wichtige Grundlage für Diversität und Gleichberechtigung. „Ein besseres Miteinander wird durch Zivilcourage genauso gefördert wie Verständnis füreinander“, betont Beate Oehlmann. „Auch Respekt und Wertschätzung werden durch Zivilcourage unterstützt beziehungsweise erst ermöglicht.“ Und die Mitarbeitenden profitieren auch davon. „Selbstwirksamkeit im Sinne von: ‚Ich kann etwas positiv beeinflussen‘ wird ausgeweitet. Und das überträgt sich auf die Arbeit“, fasst Oehlmann zusammen. (humancapitalclub/futureorg/signals)
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