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Wohnungsmarkt: Wo ist die moralische Ökonomie des Wohnens geblieben?

Deutschlands Wohnungsmarkt ist aus den Fugen geraten. Wie es dazu kam, was man dagegen tut und wie andere damit umgehen, beantwortet ein Forscher der Max-Planck Gesellschaft, der dazu das Buch „Moralischen Ökonomie des Wohnens“ veröffentlicht hat.

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Deutschlands Wohnungsmarkt ist aus den Fugen geraten. Wie es dazu kam, was man dagegen tut und wie andere damit umgehen, beantwortet ein Forscher der Max-Planck Gesellschaft, der dazu das Buch "Moralischen Ökonomie des Wohnens" veröffentlicht hat.

Der Immobilienmarkt in Deutschland boomt. Es wird so viel gebaut wie nie zuvor – und doch steigen die Mieten. Die Mieten in Städten wie Hamburg und München erreichen Höhen, die viele als absurd nennen würden. Wie kann das sein, wenn Mieten und Immobilienpreise durch Angebot und Nachfrage bestimmt werden? 

Resultat verschiedener Deregulierungsprozesse

“Die heutige Situation ist das Resultat verschiedener Deregulierungsprozesse, die bereits in den 1980er-Jahren begonnen wurden”, so Tobias Bernet, der sich mit der „Moralischen Ökonomie des Wohnens“ beschäftigt und in einem Interview der Max-Planck Gesellschaft Stellung bezieht. So sei der Wechsel von der Gemeinnützigkeit zur Gewinnmaximierung die Grundlage der heutigen Situation.

Die Politik versuchte dieser Entwicklung entgegenzuwirken, in dem sie die Mietpreisbremse einführte. Doch diese habe zu viele Lücken und verliere somit ihre Wirkung. Das Problem sei, dass Modernisierungskosten bis zu elf Prozent jährlich auf die Miete umgelegt werden dürften, obwohl sechs Prozent ausreichend wären, so Tobias Bernet. Dies liege daran, dass Vermietern selbst maximal sechs Prozent jährliche Kapital- und andere Kosten bei Modernisierungen enstehen. Die Spanne zu 11 Prozent wären wie eine Gewinngarantie, die zu einem Modernisierungswahn geführt habe.

Unzureichende Kontrolle

Nach Tobias Bernet sei nicht gewährleistet, die Einhaltung der sowieso löchrigen Mietpreisbremse in der Praxis zu kontrollieren. Daher fordert er mehr Mittel für Bundesländer, Kommunen und Wohnämter, schlägt aber auch ein Umdenken bei der Problemlösung vor. “Besser wäre es beispielsweise, den Grundstückshandel einzuschränken und Bodenspekulation zu verhindern.” Dies würde am Anfang, statt am Ende der Wertschöpfungskette ansetzen.

Wien nutze einige dieser Instrumente, weswegen Bernet die österreichische Hauptstadt als Musterbeispiel für sozialen Wohnungsbau zitiert. Die Stadt baue mit eigenen Mitteln und vor allem in eigener Verantwortung. “Dank Gemeinde- aber auch Genossenschaftsbauten ist ein Großteil des Mietwohnungssektors in der Hand von nicht-profitorientierten Eigentümern.” (mpg/futureorg/signals)

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