VUCA: Wie die Wirtschaft Transformation gestalten kann

Wegen Digitalisierung, Dekarbonisierung, Demografie und De-Globalisierung steht die deutsche Wirtschaft vor großen strukturellen Herausforderungen, so eine Unternehmensbefragung des IW-Zukunftspanels. Daher das Bedürfnis nach Transformation – und zwar in sieben konkreten Schritten.

Wegen Digitalisierung, Dekarbonisierung, Demografie und De-Globalisierung steht die deutsche Wirtschaft vor großen strukturellen Herausforderungen, so eine Unternehmensbefragung des IW-Zukunftspanels. Daher das Bedürfnis nach Transformation – und zwar in sieben konkreten Schritten.
Eine Unternehmensbefragung im Rahmen des IW-Zukunftspanels verdeutlicht, vor welchen Herausforderungen die Wirtschaft im Transformationsprozess steht. Digitalisierung, Dekarbonisierung, Demografie und De-Globalisierung sind nicht nur Trends, die Transformation fordern: Sie sind Antworten auf Phänomene wie Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität, die jedes Individuum sowie Unternehmen betreffen, so VUKA-Expertin Waltraud Gläser.
 
Für Transformation ist eine konkrete Diagnose der Problemfelder nötig – und dazu eine bestimmte Zielsetzung. „Backcasting anstelle von Forecasting ist ein Ansatz, der grundsätzlich einer Transformation zugrunde liegen sollte. Also vom erwünschten Ergebnis aus rückwärts denken und dementsprechend entscheiden, welche Maßnahmen in welcher Güte und Intensität nötig sind“, so Gläser. Die IW Befragung empfiehlt sieben Maßnahmen für die Transformation der Wirtschaft.
7 Herausforderungen der Transformation
 
Laut den Autor:innen den Autor:innen des Papers „Was die Wirtschaft zur Gestaltung der Transformation benötigt“ sind Unternehmen mit folgenden sieben Herausforderungen konfrontiert:
 
  1. Digitale Infrastruktur ausbauen
  2. Innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für Klimaschutz schaffen
  3. Mehr Forschung, Bildung und Zuwanderung
  4. Eine robuste Handelspolitik betreiben
  5. Bei Klimaschutzprogrammen auf komparative Vorteile achten
  6. Transatlantische Zusammenarbeit bei Digitalisierung stärken
  7. Digitale Bildung für den Klimaschutz stärken

Konkrete Maßnahmen zur erfolgreichen Transformation

Transformation soll nicht mit Change Management verwechselt werden. „Der Unterschied besteht darin, dass es bei Transformation tatsächlich um das Schaffen von etwas Neuem, gegebenenfalls noch nicht im Unternehmen Dagewesenem, geht. Wobei Change Management immer auf das Verbessern von Bestehendem und Optimieren von Vergangenheit zielt“, erklärt Gläser. Es braucht also „eine große Zielklarheit und idealerweise ein iteratives Vorgehen, um immer wieder notwendige Anpassungen und Justierungen vorzunehmen und „return on invest“ so effizient wie möglich zu gestalten.“
Transformation stellt nicht nur ökonomische Vorteile dar. „Es geht auch um beispielsweise Ökologie, Nachhaltigkeit und Ethik“, beteuert Gläser. Insofern würde die VUKA-Expertin den Sinn von Transformation nicht auf ökonomische Relevanz reduzieren. „Je mehr ein Unternehmen die genannten Aspekte und Notwendigkeiten berücksichtigt, desto attraktiver wird es zum Beispiel als Arbeitgeber oder für Kunden werden.“ Wichtig für eine erfolgreiche Transformation ist zudem „eine klare, konsistente und begleitende Kommunikation“, so Gläser mit Blick auf den Transformationsprozess.
 
So sei es für die deutsche Wirtschaft von zentraler Bedeutung, die digitale Infrastruktur auszubauen und Forschung, Bildung und Zuwanderung zu stärken. Innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für den Klimaschutz sollten geschaffen werden: Wichtig sind eine stärkere digitale Bildung und Achtung der komparativen Vorteile bei Klimaschutzprogrammen. Internationale Kooperation soll nicht übersehen werden: Es sei zentral, die transatlantische Zusammenarbeit bei der Digitalisierung zu intensivieren und eine robuste Handelspolitik gegenüber China zu treiben.

IW-Empfehlungen für die Wirtschaft

Aus diesen sieben Empfehlungen ergeben sich konkrete Maßnahmen: Ein schnellerer Ausbau der digitalen Infrastruktur könnte beispielsweise durch eine zügige Umsetzung der Mobilfunkförderrichtlinie erreicht werden. Für Bildung und Forschung sollten jährlich etwa 21 Mrd. Euro zusätzlich investiert werden. Die Digitalisierung der Bildung sollte weitergeführt, die MINT-Bildung gestärkt und eine hochwertige Ganztagsinfrastruktur in Kitas und Schulen geschaffen werden.

Für den Klimaschutz sollte die Forschungsförderung an der Schnittstelle von Digitalisierung und Dekarbonisierung gestärkt werden. Zudem sollte die Nutzung fossiler Energieträger durch die CO2-Bepreisung teurer und der Einsatz erneuerbaren Stroms durch eine Reduzierung von Stromsteuer attraktiver werden. Ein Klima-Club sollte einen gemeinsamen CO2-Preis festlegen, der eine Abwanderung von Unternehmen verhindern soll.
 
Eine robustere Handelspolitik gegenüber China heißt konkret, die Handelsschutzinstrumente der EU und hier insbesondere Antisubventionsverfahren bei Bedarf stärker zu nutzen und auch für KMU leichter zugänglich zu machen. Weiterhin braucht die EU ein wirksames Antisubventionsinstrument gegenüber Drittstaaten, für das sich die neue Bundesregierung mit Nachdruck in Brüssel einsetzen sollte. (iw/futureorg/signals)
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