RESYST: Resilienz mehr als Krisenvorsorge

In aktuellen Krisenzeiten wird deutlich: Krisen, die auf unzureichend resiliente Wertschöpfungsketten treffen, können dramatische Auswirkungen auf Unternehmen haben. Zentral für das Überleben der Industrie sei die Einführung nachhaltiger Maßnahmen zur Steigerung der Resilienz, so die Forschenden des Fraunhofer-Instituts.

In aktuellen Krisenzeiten wird deutlich: Krisen, die auf unzureichend resiliente Wertschöpfungsketten treffen, können dramatische Auswirkungen auf Unternehmen haben. Zentral für das Überleben der Industrie sei die Einführung nachhaltiger Maßnahmen zur Steigerung der Resilienz, so die Forschenden des Fraunhofer-Instituts.
Die Folgen der Corona-Pandemie haben die deutsche Wirtschaft stark getroffen. Unter anderem melden die Autoindustrie, die Baubranche, Möbelhersteller, die Papierindustrie und Fahrradhersteller Lieferschwierigkeiten. Die dramatischen Lieferengpässe sollen zum Anlass werden, die Resilienzfähigkeit der Industrie zu überprüfen und zukunftsorientierte Maßnahmen zu planen.
 
Hier setzt das Whitepaper „RESYST Resiliente Wertschöpfung in der produzierenden Industrie – innovativ, erfolgreich, krisenfest“ an. 17 Fraunhofer-Institute des Fraunhofer-Verbunds Produktion bringen ihre langjährigen, umfassenden Erfahrungen und aktuellen Forschungsergebnisse ein. Die Autorinnen und Autoren wenden sich dabei nicht nur an ein Fachpublikum, sondern auch an Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.
 
Mit RESYST wird aber auch eine optimistische Botschaft ausgesendet. „Resilienz ist mehr als nur Krisenvorsorge, vielmehr hilft sie auch jenseits von Krisen innovativ und agil zu bleiben. Denn intakte und resiliente Wertschöpfungssysteme sind essenziell für den Wirtschaftsstandort Deutschland“, sagt Prof. Holger Kohl, stellvertretender Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK und Koordinator des White Papers zum Forschungsprojekt RESYST.

RESYST als Rahmenmodell für Unternehmensresilienz

RESYST soll „das Verständnis für eine resiliente Wertschöpfung vertiefen und produzierenden Unternehmen praxisnahes Know-how zur Steigerung ihrer Resilienz und damit langfristiger Erfolgssicherung anbieten“, so Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Prof. Kohl ergänzt: „Unser White Paper will das Bewusstsein für das Thema Resilienz schärfen, damit die Verantwortlichen der produzierenden Industrie frühzeitig Maßnahmen zur dringend notwendigen Verbesserung der Resilienz ergreifen.“
 
Eine zentrale Erkenntnis von RESYST sei, dass „eine sorgfältige Analyse der internen Geschäftsprozesse, Strukturen und oftmals versteckten Abhängigkeiten grundlegend für den erfolgreichen Aufbau resilienter Wertschöpfungssysteme ist“, so Prof. Kohl weiter. Das White Paper stellt erstmals das „Rahmenmodell für Resiliente Wertschöpfung“ vor, das die Fraunhofer-Forschenden institutsübergreifend gemeinsam entwickelt haben. „Das Rahmenmodell bildet ein durchgängiges Gerüst, das alle relevanten Aspekte der Resilienz adressiert, sie miteinander vernetzt und mit handlungsorientierten Lösungsbausteinen verknüpft“, erläutert Kohl.

Praktische Anwendung vom Resilienzmodell in Case Studies

Die RESYST-Autoren begnügen sich nicht mit theoretischen Erörterungen. Das Rahmenmodell und die Analysen werden mit praktischen Handlungsempfehlungen, konkreten Beispielen und einer Reihe von Case Studies anschaulich gemacht. Dabei werden ZF Friedrichshafen AG und Händler PIEL analysiert. Die Initiativen der beiden Unternehmen stellen praktische Beispiele von Resilienz dar, indem sie die Wertschöpfung durch innovative Lösungen vorantreiben.
 
Der Werkzeugbau der ZF Friedrichshafen AG habe eine Lösung zu den Herausforderungen des Papierverbrauchs im Unternehmen – zwar in Form von sogenannten ESL-Tags (Electronic Shelf Labels), Bildschirme, die den Preis von Waren in Supermärkten anzeigen. Das Unternehmen entwickelte dazu einen SAP-Planungsmodul, durch den bei Änderungen alle Informationen auf den ESL-Tags unverzüglich und in Echtzeit aktualisiert werden können, ohne Papierverschwendung.
 
PIEL entwickelte in Zusammenarbeit mit Fraunhofer eine Lösung für die herausfordernde Integration von Kunden und Lieferanten ins Informationsnetzwerk der Supply Chain. Diese konnte aufgrund der verschiedenen IT-Systeme ein Problem darstellen, wird jetzt aber über eine zentrale Schnittstelle in einem zweistufigen sogenannten Mappingverfahren durchgeführt. Dementsprechend wird die Integration aller Partner flexibler und kostengünstiger. (fraunhofer/futureorg/signals)
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