Reallabore: Technologien praktisch erproben

Im Projekt „RealKoop“ untersuchen das itb Karlsruhe, das Schwesterinstitut ifh Göttingen sowie das ZfKf Berlin die Kooperationen zwischen Handwerksbetrieben und Reparaturinitiativen. Das Projekt beginnt derzeit die Praxisphase. Es ist aber nicht die einzige Initiative, die Entwicklung durch Reallabore in Deutschland fördert.

Reallabore: Technologien praktisch erproben
Itb, ifh und ZfKF führten im September und Oktober 2021 25 Experteninterviews mit Handwerksbetrieben, Handwerksorganisationen, Reparatur-Initiativen und Start-ups aus dem Bereich der Reparatur. Die vielfältigen Ideen, wie allgemein das Interesse der Gesellschaft an Reparaturen und im Speziellen die Zusammenarbeit zwischen Handwerk und Reparatur-Initiativen gefördert werden kann, wird nun vom itb ausgewertet. Aus den Ergebnissen der Datenerhebung resultieren die Umsetzungsideen für die drei regionalen Reallabore, die im Januar 2022 starten werden.
 
Unter einem Reallabor versteht das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz einen zeitlich und oft räumlich oder sachlich begrenzten Testraum, in dem innovative Technologien oder Geschäftsmodelle unter realen Bedingungen erprobt werden. Reallabore erfordern oftmals Ausnahmegenehmigungen oder die Nutzung von Experimentierklauseln. Dabei liefern sie wichtige Erkenntnisse, ob und wie der rechtliche Rahmen weiterentwickelt werden muss. In Reallaboren treffen Wissenschaft und Zivilgesellschaft aufeinander, um reale Vorgänge zu beobachten, neue Lösungen zu erarbeiten und auszuprobieren.

itb beginnt Praxisphase im Projekt „Realkoop“

Reallabore experimentieren; sie entwickeln, erproben und erforschen Neues. Partizipativ und kooperativ werden verschiedene Akteure, wie Handwerksbetriebe und -organisationen und Reparatur-Initiativen zusammengebracht, um Transformationsprozesse anzustoßen und das Bewusstsein für Reparatur und Nachhaltigkeit in der Gesellschaft zu stärken. Bisher beziehen sich aber Forschungsansätze zu Reallaboren hauptsächlich auf das städtische Umfeld.
 
Das vom Umweltbundesamt geförderte Projekt „Reallabor Kooperieren und Ressourcen schonen: Kooperation zwischen Handwerksbetrieben und Reparatur-Initiativen (Realkoop)“ wird die erarbeiteten Ansätze auch für und mit dem ländlichen Raum entwickeln. Dabei erforschen itb, ifh und ZfKf die besten Lösungen, um Kooperationen zwischen Handwerksbetrieben und Reparaturinitiativen für beide Seiten gewinnbringend zu gestalten.

Reallabore in Deutschland

Im Handbuch für Reallabore „Freiräume für Innovationen“ stellt das BMWK den Begriff von Reallabor inklusiv praktischer Beispiele vor. Als Fallbeispiele wird unter anderem das Projekt A-SWARM genannt. Dabei plant das BMWi ein Reallabor, das die Entwicklung und Erprobung autonomer elektrisch angetriebener Wasserfahrzeuge vorsieht. Dies zielt zudem darauf ab, Erkenntnisse über die Weiterentwicklung der relevanten Vorschriften für autonom schwimmende Wasserdrohnen zu gewinnen.
 
Das Projekt „Hamburg Electric Autonomous Transportation“, kurz HEAT, soll in der Hamburger Hafencity voll automatisierte bzw. autonom fahrende, elektrisch angetriebene Kleinbusse untersuchen. Im vierjährigen Probebetrieb soll klar werden, wie diese sicher im städtischen Straßenverkehr mit Fahrgästen eingesetzt werden können. Das Reallabor, das ein zentrales Vorzeigeprojekt im Rahmen des ITS Weltkongresses in Hamburg im Jahr 2021 ist, wird in drei Umsetzungsstufen geplant. In den ersten Projektphasen soll ein Mitarbeiter der Hamburger Hochbahn das Fahrzeug begleiten.
 
Reallabore können auch als Testfelder für eine breite Nutzerschaft konzipiert sein. Das Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg ist ein Reallabor für Mobilitätskonzepte. Es soll Firmen und Forschungseinrichtungen erlauben, Technologien und Dienstleistungen im Bereich vernetztes und automatisiertes Fahren zu testen. Dabei bieten die Kombination unterschiedlicher für die Mobilität relevanter Elemente und das Konsortium aus wissenschaftlichen und kommunalen Partnern die Grundlage, um wichtige Erkenntnisse und Impulse für die rechtliche und politische Weiterentwicklung des autonomen Fahrens zu erhalten. (DHI/BMWK/futureorg/signals)
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