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Lieferengpässe: Die Versorgungslage im vierten Quartal

Das letzte Jahresquartal ist im Hinblick auf den Umsatz für viele Unternehmen außerordentlich wichtig. So lassen sich die schwächeren Monate durch Sonderangebote, Abverkäufe oder Kampagnen wie den „Black Friday“ kompensieren. Jedoch stellt der anhaltende Rohstoffmangel mit einhergehenden Lieferengpässen weiterhin ein enormes Problem dar.

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Das letzte Jahresquartal ist im Hinblick auf den Umsatz für viele Unternehmen außerordentlich wichtig. So lassen sich die schwächeren Monate durch Sonderangebote, Abverkäufe oder Kampagnen wie den "Black Friday" kompensieren. Jedoch stellt der anhaltende Rohstoffmangel mit einhergehenden Lieferengpässen weiterhin ein enormes Problem dar.
Der kürzlich veröffentlichte „BME Pulse Check“ des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (kurz: BME) beleuchtet genau diese Zeit. Das Ergebnis der Mitglieder-Umfrage: Das (Vor-)Weihnachtsgeschäft wird von rund einem Fünftel der befragten Einkaufsmanager:innen wirtschaftlich als „hochrelevant“ eingestuft. Auch beleuchtet der „BME Pulse Check“ die Versorgungslage von Unternehmen vor dem Weihnachtsgeschäft: Die Umfrage zeigt, dass der anhaltende Rohstoffmangel und die damit einhergehenden Lieferengpässe als zentrale Herausforderung im Tagesgeschäft die Corona-Pandemie abgelöst hat.
 
So berichten viele der Einkaufsmanager:innen von andauernden Schwierigkeiten bei der Beschaffung von benötigten Artikeln bei ihren Lieferanten. Insbesondere Verpackungen und Elektronikartikel seien schwer zu beschaffen.

Einkaufsmanager-Index rutscht ab

Das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland litt auch im September unter den weitverbreiteten Lieferengpässen. Zahlreiche Hersteller meldeten nicht nur ein niedrigeres Produktionsniveau, sondern auch einen schwächeren Auftragseingang. Als Ursache führen sie die Drosselung der Fertigung im Automobilsektor sowie steigende Preise in der Nachfrage an.
 
Das bestätigt der saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), der den zweiten Monat in Folge merklich abrutschte. Der wichtige Frühindikator für die größte Volkswirtschaft Europas notierte im September mit 58,4 Punkten nicht nur auf einem 8-Monatstief, sondern auch mehr als vier Zähler unter dem Wert vom August (62,6).

Lieferengpässe können bis ins nächste Jahr andauern

„Die anhaltende Materialknappheit und die damit verbundenen Störungen in den Lieferketten haben die Industrieproduktion im September stark beeinträchtigt. Wir beobachten zudem mit Sorge, dass die bestehenden Lieferengpässe die Einkaufspreise immer weiter nach oben treiben“, betont Gundula Ullah, Vorstandsvorsitzende des BME. „Angesichts des sich weiter eintrübenden Geschäftsausblicks in der Industrie ist zu befürchten, dass die Lieferengpässe bis ins nächste Jahr andauern könnten“, so Gundula Ullah abschließend. (bme/futureorg/signals)

Die jüngsten Entwicklungen der EMI-Teilindizes im Überblick

Die Produktionszuwächse haben sich im September weiter abgeschwächt. So ging der saisonbereinigte Teilindex zum fünften Mal in den vergangenen sechs Monaten zurück und notierte auf dem tiefsten Stand seit der Rückkehr in die Wachstumszone im Juli 2020. Laut Umfrageteilnehmern bremsen die Materialengpässe die Produktion nach wie vor am stärksten aus.

Auch bei den Neuaufträgen hat sich das Wachstum fast schon dramatisch verlangsamt und stürzte auf den niedrigsten Wert in der seit fünfzehn Monaten andauernden Expansionsphase. Ausschlaggebend war hierbei vor allem der Rückgang der Nachfrage im Vorleistungsgüterbereich, der oft mit erzwungenen Produktionsunterbrechungen im Automobilsektor zusammenhing. Im Konsum- sowie Investitionsgüterbereich fielen die Auftragseingänge zwar solider aus, aber auch hier schwächer als zuletzt.

Der saisonbereinigte Teilindex Exportaufträge setzte im September seinen fast ununterbrochenen Abwärtstrend vom Rekordhoch im März fort. Zwar notiert er immer noch deutlich über der Referenzlinie von 50,0 Punkten, hat aber mittlerweile das niedrigste Niveau seit August 2020 erreicht. Entgegen dem allgemeinen Trend zog die weltweite Nachfrage nach Konsumgütern „Made in Germany“ wieder an.

Die deutschen Hersteller waren im September so wenig optimistisch wie seit August vergangenen Jahres nicht mehr. Obwohl die Zuversicht im Vergleich zur Situation vor der Pandemie immer noch höher ist, rangiert sie doch deutlich unter dem Spitzenwert vom Juni nach der dritten Abschwächung in Folge. Die Hoffnungen auf eine anhaltende Erholung der Nachfrage im kommenden Jahr wurden dabei zumindest teilweise von Sorgen hinsichtlich der chronischen Materialknappheit aufgewogen.

Wie schon in den vergangenen sieben Monaten ist auch im September die Beschäftigung in der Industrie gestiegen. Die Zuwachsrate hat sich weiter vom Rekordhoch im Juli abgeschwächt und fiel so gering aus wie seit März nicht mehr. In allen drei von der Umfrage erfassten Teilbereichen verlangsamte sich der Job-Aufbau.

Auch zum Ende des dritten Quartals bleibt der Kostendruck in der Industrie extrem hoch. Obwohl sich die Inflationsrate auf ein 5-Monatstief abschwächte, war sie immer noch eine der höchsten seit Erfassung dieser Daten. Aluminium, Elektronik-Komponenten, Verpackungen, Kunststoffe und Stahl gehörten zu den am häufigsten als teurer gemeldeten Artikeln. Daneben zogen auch die Frachtkosten wieder an.

Viele Hersteller gaben die höheren Kosten an ihre Kunden weiter, was sich in einem weiteren starken Anstieg der Verkaufspreise im September widerspiegelte. Der saisonbereinigte Teilindex legte gegenüber dem Vormonat sogar etwas zu und rückte damit wieder näher an das Allzeithoch vom Juli heran.

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