Konsummonitor 2021: ethisches Einkaufsverhalten weiterhin wichtig

Der aktuelle Konsummonitor des HDE bezeugt die massiven Veränderungen im Verhältnis von Online- zu Offline-Handel. Besonders betroffen sind der stationäre Nonfood Handel und die Bekleidungsbranche. Im Folgenden die wichtigsten Punkte für wirtschaftliche und politische Akteure.

Der „Konsummonitor Corona 2021“ des HDE Handelsverband Deutschland untersucht die Herausforderungen der Corona-Krise für den stationären Handel. Der innerstädtische Einzelhandel wird Post-Corona umso mehr gegen das anhaltende Ladensterben ankämpfen und Strategien erarbeiten müssen, um wettbewerbsfähig bleiben zu können. Die Studie reflektiert die Erfahrungen der Shopper beim Einkauf von Gebrauchsgütern während der Corona-Pandemie und beleuchtet die Veränderungen im Einkaufsverhalten.

Die komplette Studie können Sie hier herunterladen https://einzelhandel.de/index.php?option=com_attachments&task=download&id=10593]

Vor dem Hintergrund der Erfahrungen und der neuen Corona-Situation sollen zentrale Bedürfnisse, Anforderungen und Wünsche der Shopper an den zukünftigen Einkauf im stationären Handel identifiziert und Anhaltspunkte erarbeitet werden, wie das Verbrauchererlebnis sowohl außerhalb als auch innerhalb des Geschäfts verbessert werden kann. Im Zuge der Erhebungen wurden auch Befragungen von Konsument:innen jedes Alters und Geschlechts durchgeführt, die große Rückschlüsse auf die Verbraucher-Erwartungen an die Zukunft der Branche zulassen.
 

Ethisches Einkaufen bevorzugt

 
Die im Zuge der Pandemie eingeübten Konsummuster bleiben in abgeschwächter Form weiterhin vorhanden. Hervorzuheben ist hier die Hinwendung zu „minimalistischem“ Konsum, das heißt zu mehr Qualität als Quantität, angetrieben durch ein verstärktes Umweltbewusstsein. Verzicht spielt zwar eine Rolle, Umweltschutz soll aber trotzdem auch genussvoll sein. Abnehmende Markentreue und zunehmende Loyalität gegenüber lokalen Händlern erschweren das Geschäft künftig primär für große Markenhändler.
 
Der Trend der Stunde lautet Regionalität. Dabei wünschen sich Konsument:innen sowohl, dass ihre Ware „von hier für die Leute von hier“ produziert werde, als auch die Berücksichtigung ökologischer und sozialer Richtlinien. Daraus hervor geht auch die Sehnsucht nach individuellen, einzigartigen Produkten, die es online möglicherweise gar nicht zu erstehen gibt. Große Ketten müsste das in Alarmbereitschaft versetzen: Globale Player werden hier das Nachsehen haben.
 

Innenstädte attraktiver machen

 
Bei aller nostalgischen Shopping-Romantik darf allerdings nicht übersehen werden, dass sich das vom Online-Handel angewöhnte Konsumverhalten durchaus auch auf den stationären Handel langfristig ausweiten wird. Kunden und Kundinnen haben höhere Ansprüche an den Service und erwarten Kulanz bei Rückgaben und Retouren. Des Weiteren bedacht werden muss die weiterhin stattfindende Digitalisierung des stationären Handels. Gerade im Bekleidungsmarkt ist der stationäre Handel auf ein klares Alleinstellungsmerkmal angewiesen: Erlebnisse schaffen. Innovationen wie virtuelle Anproben und eine individuelle Style-Beratung sind eine gute Grundlage für eine attraktivere Customer Experience im stationären Bekleidungshandel.
 
Die mitunter zentralsten Punkte für eine belebte Innenstadt kann der Handel selbst nicht beeinflussen, er ist aber in höchstem Maße von ihnen abhängig: Architektur und Infrastruktur. Eine gute Erreichbarkeit der Innenstädte inklusive einem gut ausgebauten ÖPNV-Netz mit leistbaren Preisen sowie ausreichend Radwege und Parkplätze sind die Grundlage für attraktive Innenstadtlagen. Aus den Interviews wurde außerdem der Ruf nach einer Architekturwende deutlich, weil man genug vom städtebaulichen „Einheitsbrei“ habe und sich ein charmanteres, modernes Erscheinungsbild in Innenstädten wünsche. (hde/futureorg/signals)
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