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Führungskräfte: Digitale Kommunikation in der Führung von Mitarbeiter:innen

Kürzlich veröffentlichte Befragungsergebnisse von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zeigen: Digitale Kommunikation schafft neue Möglichkeiten, kann aber auch überfordern.

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Kürzlich veröffentlichte Befragungsergebnisse von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zeigen: Digitale Kommunikation schafft neue Möglichkeiten, kann aber auch überfordern.
Kommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil der Führung von Mitarbeiter:innen. Sie findet heute in zunehmendem Maße über digitale Kommunikationsmittel statt, wie beispielsweise per E-Mail oder über digitale Kommunikationsplattformen und Apps. Dies kann Führung an einigen Stellen erleichtern. Es kann aber auch neue Anforderungen und Belastungen für Führungskräfte bedeuten.
 
Befragungsergebnisse aus dem Linked-Employer-Employee Panel (LEEP-B3) der Universität Bielefeld legen nahe, dass digitale Kommunikation Flexibilisierungsmöglichkeiten in Bezug auf Arbeitsort und -zeit schaffen kann. Digitale Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) können aber auch das Gefühl ständiger Bereitschaft fördern, oder Führungskräfte durch vermehrte Kommunikation und Informationsweitergabe überfordern. Handlungsspielräume bei der Arbeit können eine wichtige Ressource sein, um die Potenziale digitaler Kommunikationsmittel auszuschöpfen.
Hier finden Sie den gesamten Bericht:
 
C. Marx, M. Reimann, M. Ribbat:
Führung digital: Anforderungen und Ressourcen bei Führungskräften. In: BAuA: Bericht kompakt, 1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2021. Seiten 4, Projektnummer: F 2504, PDF Datei, DOI: 10.21934/baua:berichtkompakt20210629
 

Führungskräfte kommunizieren digital

Im Führungsalltag spielt die digitale Kommunikation eine entscheidende Rolle. So nutzen rund 17 Prozent der Führungskräfte mehrmals täglich digitale Kommunikationsplattformen, wie beispielsweise Apps oder interne Chatplattformen, um mit Mitarbeiter:innen und Kolleg:innen zu kommunizieren. Mehr als die Hälfte, rund 52 Prozent, nutzt mehrmals täglich E-Mails, um zu kommunizieren.
 
Zudem nutzen Führungskräfte häufiger digitale Kommunikationsmittel, als Mitarbeiter:innen ohne Führungsverantwortung. So nutzen im Vergleich bloß 39 Prozent mehrmals täglich E-Mails beziehungsweise 12 Prozent digitale Kommunikationsplattformen zum Austausch mit Kolleg:innen. Hinzu kommt, dass der Prozentsatz der digitalen Kommunikation bei denjenigen Führungskräften mit einer größeren Führungsspanne höher ist, als bei Führungskräften mit einer kleineren Führungsspanne: 72 Prozent der Führungskräfte mit 20 oder mehr Mitarbeiter:innen nutzen (mehrmals) täglich E-Mails oder digitale Kommunikationsplattformen, zum Austausch mit Mitarbeitenden. Im Vergleich nutzen bloß 49 Prozent der Führungskräfte mit ein bis fünf Mitarbeitenden diese digitalen Kommunikationsmittel täglich.

Schwierigkeiten in der digitalen Kommunikation

Obwohl die digitale Kommunikation offensichtliche Vorteile mit sich bringt, ist sie in der professionellen Kommunikation aber auch mit neuen Anforderungen verbunden. So ist die digitale Kommunikation im Regelfall zeitversetzt, was Verzögerungen bei Arbeitsabläufen oder gar Entgrenzungen mit sich bringen kann.
 
Weiterhin besteht die „Qual der Wahl“: Aus der Vielzahl an Kommunikationsmitteln, die heutzutage verfügbar sind, ist immerzu dasjenige auszuwählen, das für den Anlass am passendsten ist. Für Führungskräfte ist der persönliche Kontakt zu Mitarbeitenden enorm relevant. Der fehlende persönliche Kontakt, den die digitale Kommunikation mit sich bringt, kann das Managen von Team-Dynamiken erschweren, aber auch das Lösen von Konflikten beeinträchtigen. Zudem kann der fehlende persönliche Kontakt den Vertrauensaufbau erschweren.

Belastung und Chance zugleich

Die digitale Kommunikation hängt also einerseits mit einer erhöhten Beanspruchung zusammen, wie beispielsweise dem Gefühl, stets in Erreichbar sein zu müssen beziehungsweise zu sein. Auf der anderen Seite bietet die digitale Kommunikation aber auch die Chance einer erhöhten zeitlichen und ortsungebundenen Flexibilität. Diese Gefühle, der konstanten Erreichbarkeit sowie der erhöhten Flexibilität sind unter Führungskräften stärker ausgeprägt, als bei Menschen ohne Führungsverantwortung.
 
Die hier genannten Daten bilden die Realität von vor der Corona-Pandemie ab. Im letzten Jahr ist die digitale Kommunikation stark ausgeweitet worden. So bleibt es abzuwarten, wie sich die digitale Kommunikation unter Einfluss der durch die Pandemie veränderten Arbeitsweise langfristig verändern wird.
 
Führungskräfte, die vermehrt auf die digitale Kommunikation setzen, sollten sich nicht nur im technischen Umgang mit digitaler Kommunikation schulen. Hingegen sollten sie auch ihre Erwartungen im Hinblick auf ihre Erwartungen an eine ständige Bereitschaft gegenüber größerer Flexibilität schulen. Durch derartige Weiterbildungen könnte der Überforderung durch die zunehmende digitale Kommunikation eingedämmt werden.
 
(baua/futureorg/signals)
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