Smart-Home-Technologien: Methode zur Effizienzsteigerung

Die Energiepreise steigen, der Herbst steht bevor: Nahezu alle Verbraucher:innen stehen vor der Frage, wie sie Wärme und Strom einsparen können. Smart-Home-Technologien spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Eine Bitkom-Umfrage gibt Einblicke in den Einsatz digitaler Tools.

Anwendungsbereiche der Smart-Home-Technologien

“Smart-Home-Technologien können einen ganz konkreten Beitrag dazu leisten, weniger Heizenergie und Strom zu verbrauchen. Sie sind sehr viel mehr als eine technische Spielerei. Sie steigern die Energieeffizienz, sorgen für mehr Sicherheit und erhöhen schließlich auch den Komfort und die Lebensqualität im eigenen Zuhause”, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. 
 
In den vergangenen zwölf Monaten ist die Zahl der Menschen deutlich gestiegen, die mithilfe intelligenter Anwendungen die Energieeffizienz in ihrem Zuhause steigern und den Verbrauch reduzieren wollen. Insgesamt haben 43 Prozent aller Bundesbürger:innen mindestens eine Smart-Home-Anwendung in ihren vier Wänden im Einsatz.

Energiesparende Technologien

Wer aktuell smarte Thermostate im Einsatz hat, hat sie oft erst in diesem oder im letzten Jahr eingebaut. Sie regeln die Temperatur in der Wohnung abhängig davon, ob gerade gelüftet wird, ob Personen anwesend sind und teilweise sogar unter Berücksichtigung der Wettervorhersage. Damit verbraucht die Heizung in der Regel deutlich weniger Energie als bei Steuerung von Hand. Der Effekt ist für viele messbar. Mehr als die Hälfte berichtet, ihr Energieverbrauch sei seither gesunken. 88 Prozent aller Deutschen fordern, dass die Potenziale von Smart-Home-Anwendungen für das Klima besser bekannt gemacht werden.
 
Auch mit kleinen Energieeinsparungen kann man einen Beitrag gegen den Klimawandel leisten. “Schon bei der Planung neuer Häuser und Wohnungen sollte der Einsatz smarter Technologien mitberücksichtigt werden”, appelliert Bitkom-Präsident Achim Berg. “Eine Mehrwertsteuersenkung für besonders energiesparende Technologien würde überdies die Verbreitung in Privathaushalten fördern und wäre eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Fördermaßnahmen, die die Verbraucherinnen und Verbraucher direkt entlastet und sie mit Blick auf den Herbst und Winter unterstützt.”

Sicherheitsbedenken halten oft vom Smart-Home ab

Wer keinerlei smarte Geräte in seinem Haushalt hat, ist häufig von Sicherheitsbedenken abgeschreckt. Fast die Hälfte der Nicht-Nutzer:innen fürchtet sich vor Hacker-Angriffen. 37 Prozent haben Angst vor dem Missbrauch ihrer persönlichen Daten und 29 Prozent sorgen sich um ihre Privatsphäre. Vielen sind die Geräte auch zu teuer oder die Bedienung erscheint ihnen zu kompliziert.
 
“Das Thema IT- und Datensicherheit spielt für viele Smart-Home-Nutzerinnen und Nutzer eine bedeutende Rolle. Wichtig ist: Nicht unten in die Ramschkiste greifen, sondern auf nach internationalen Standards zertifizierte Produkte und seriöse, vertrauenswürdige Hersteller achten”, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. “Und: Das eigene WLAN schützen, regelmäßig Updates der Geräte durchführen.” In diesem Zusammenhang kann das IT-Sicherheitskennzeichen des BSI eine gute Orientierung liefern.

Das Smart-Home der Zukunft: Mehr Sicherheit und Autonomie

Die Entwicklung am Markt für Smart-Home-Technologien verläuft rasant. Gegenüber zukünftigen Szenarien für intelligente Geräte zeigen die Deutschen eine große Offenheit. So können sich 76 Prozent vorstellen, einen Staubsauger-Roboter zu nutzen, der von selbst erkennt, wenn es Zeit für die nächste Reinigung ist und automatisch startet. 54 Prozent gefällt die Idee eines Backofens, der lernt, wie kross die Bewohner:innen ihren Braten mögen – und diesen von allein auf den Punkt brät. Ein Kühlschrank, der nach den Vorlieben der Besitzer selbst die Essensplanung übernimmt und entsprechende Lebensmittel bestellt, wäre für die Hälfte der Deutschen (50 Prozent) vorstellbar.
 
Insbesondere im Bereich Sicherheit können Smart-Home-Technologien künftig noch mehr Potenzial entfalten: 80 Prozent können sich vorstellen, in einem Haus zu wohnen, das erkennt, wenn ein Wasserschaden droht und das Wasser automatisch abstellt. Oder ein Haus, das Elementarschäden z.B. durch Hagel oder Blitz erkennt und die Bewohner:innen darüber automatisch z.B. per App informiert. 62 Prozent würden ein Zuhause nutzen, das Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit einer Bewohnerin oder eines Bewohners erkennt und automatisch Hilfe ruft.
 
“Smart-Home-Anwendungen werden in den kommenden Jahren in mehr und mehr Haushalten zu finden sein. Sie machen nicht nur das Leben leichter und sorgen für mehr Sicherheit, sie können überdies den Energieverbrauch deutlich senken”, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. “Ein großer Teil des Endenergieverbrauchs geht aktuell für warme Wohnungen und warmes Wasser drauf. Smarte Tools entlasten auf lange Sicht den Geldbeutel, beschleunigen mit einer gesteigerten Energieeffizienz die Energiewende und verringern zugleich die Abhängigkeit von russischem Gas und Öl.” (bitkom/futureorg/signals)

Studie kostenlos herunterladen:

Die Ergebnisse der Bitkom-Umfrage “Smart-Home 2022” können Sie hier herunterladen.

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