Pandemie erschwert die Arbeit an und mit Menschen

Pandemiebedingte psychische Belastungen bestehen in der Mehrheit der Betriebe, so ein Bericht der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Insbesondere menschliche Interaktionen seien betroffen. Die Forderung: Die psychische Gesundheit aller Beschäftigten muss berücksichtigt werden.

Pandemiebedingte psychische Belastungen bestehen in der Mehrheit der Betriebe, so ein Bericht der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Insbesondere menschliche Interaktionen seien betroffen. Die Forderung: Die psychische Gesundheit aller Beschäftigten muss berücksichtigt werden.
Im Bericht kompakt „Betrieblicher Umgang mit psychischer Belastung durch die Corona-Pandemie“ präsentiert die BAuA die Ergebnisse einer Befragung aus dem Juni 2021 von knapp 2.000 Betrieben in Deutschland. In Kooperation mit der BAuA befragt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) seit Beginn der Pandemie in regelmäßigen Abständen Personen der Geschäftsführung von etwa 2.000 Betrieben, um Veränderungen vor dem Hintergrund des dynamischen Verlaufs der Pandemie abzubilden.
 
Die Befragung zu psychosozialen Risiken und durchgeführten Maßnahmen in Betrieb zeigt: In zwei von drei Betrieben hat sich während der Corona-Pandemie die Arbeit mit Kunden oder anderen betriebsexternen Kontaktpersonen erschwert. In rund jedem dritten Betrieb waren auch Ängste der Beschäftigten vor einer Infektion am Arbeitsplatz ein Thema. In mehr als jedem vierten Betrieb kam es zu Überforderungen aufgrund eines erhöhten Arbeitsaufkommens.

Den bAuA Bericht kompakt „Betrieblicher Umgang mit psychischer Belastung durch die Corona-Pandemie“ gibt es im PDF-Format im Internetangebot der BAuA unter: www.baua.de/dok/8865754.

Maßnahmen zur psychischen Entlastung gefordert

Insbesondere die Interaktionsarbeit, also die Arbeit an und mit Menschen, fand in zwei Dritteln der Betriebe (67 Prozent) unter erschwerten Bedingungen statt. Ein erhöhtes Arbeitsaufkommen konstatierte mehr als jeder vierte Betrieb (28 Prozent), knapp jeder fünfte (18 Prozent) berichtete über verlängerte Arbeitszeiten und bei 22 Prozent der Betriebe verschlechterte sich die interne Kommunikation. Dabei berichten Betriebe in den Bereichen Gesundheits- und Sozialwesen, Erziehung und Unterricht sowie im Handel überdurchschnittlich häufig über solche Belastungen.
 
Rund jeder vierte Betrieb nahm die Corona-Pandemie zum Anlass, sich verstärkt mit psychisch belastenden Arbeitssituationen der Beschäftigten zu befassen. Maßnahmen wurden überwiegend in Form von Vereinbarungen zwischen Führungskräften und Beschäftigten getroffen. Während kleine Betriebe häufig Dienstbesprechungen nutzten, wurden in großen Betrieben oft Maßnahmen aus der Gefährdungsbeurteilung abgeleitet.
 
Etwa 80 Prozent der Betriebe wiesen ihre Führungskräfte an, pandemiebedingte Belastungen der Beschäftigten zu berücksichtigen. Rund die Hälfte der Betriebe ermöglichte flexiblere Arbeitszeiten. Von den Betrieben mit arbeitsmedizinischer Betreuung bot knapp die Hälfte (44 Prozent) den Beschäftigten eine arbeitsmedizinische Beratung zu pandemiebedingten Ängsten und psychischen Belastungen an. Nur 13 Prozent der Betriebe boten keine der abgefragten Maßnahmen an.
(baua/futureorg/signals)
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